Hornlautsprecher selbstgebaut

400cover.jpg Ein fast rundes Horn

  Von Richard Vance

Dieses Horn ist eine mit Glasfaser verstärkte Konstruktion, die nicht schwer und vor allem billig zu bauen ist. Der Einfachheit halber wird die Form gleich in das Horn integriert, was auch wesentlich zur Verbesserung der Dämpfungswerte der Glasfaser beiträgt.

Um gute Klangeigenschaften zu erzielen, muß ein Horn einen kreisförmigen Querschnitt haben. Problematisch ist nur, dass ein Amateur kein "rundes" Horn ohne Spezialwerkzeuge bauen kann. Glücklicher - und ironischer - weise befindet sich die Lösung des Problems in der Geschichte von HiFi-Hörnern.

Die ersten "großen" Hörner für den Heimgebrauch waren exponential extrudierte Vielecke. Wie diese hat auch dieses Horn 12 Seiten, die erst zusammengeklebt, dann mit Gewebe aus Glasfaser und Kunstharz verstärkt werden. Um die Seiten zu biegen und zusammenhalten während des Klebens benötigt man eine kleine Lehre, die auch als Arbeitsfläche dient.


Schon 1900 hat Edison seine Grammophone mit 11-Seitigen Hörnern versehen lassen. Diese stellen lediglich ein sich vergrößerndes, extrudiertes Polygon dar. Jede Seite des Polygons besteht aus einem flachen Blech, das eine Kurve erst dann bildet, wenn die Seiten zusammengefügt sind. Die gleiche Methode wird im Prinzip hier eingesetzt, obwohl die Materialien ganz andere sind.edison.jpg


Allgemein

Der Verlauf des Horns wird wie gewohnt berechnet (hierfür gibt es etliche Programme). Die ermittelten Kreisflächen werden in 12-seitige Polygone umgerechnet. Schließlich werden die Seiten der Polygone sowie der Hornverlauf mittels eines CAD-Programs gezeichnet, um Schablonen aus Pappe an Hand der CAD-Zeichnungen zu erstellen.

Sollten Sie kein CAD-Program haben, gibt es einige kostengünstige Programme, die die Funktionen "automatische - und orientierte Bemassung" durchführen können.

Falls Sie dieses Horn kopieren möchten, brauchen Sie nur die Daten in Tabellen 1 zu 3 und Schablonen 1 und 2 auf der Seite Berechnungen. Der Zusammenbau des Horns und seine Lehre werden hier beschrieben.

Ausdrucken der Schablonen

Um diese - und noch größere Schablonen mit einem kleinen Drucker auszudrucken, können Sie die Schablonen an beliebigen Abstandslinien aufteilen, dann ausdrucken und zusammenkleben. Nur die jeweilige Abstandslinie muß in beiden Zeichnungsteilen als Bezugslinie erscheinen. Auf der 80Hz-Hornseite gibt es ein Beispiel hierfür.

"m" and "x" beziehen sich auf die Exponentialgleichung auf der Seite Berechnungen. X bedeutet immer die gerade Länge durch das Horn. M ist die Hornkonstante.

Falls Sie meine Berechnungen zurückverfolgen wollen, ich habe 0,65 für die Hornkonstante m eingesetzt. Diese Konstante ist meistens eine willkürlich ermittelte Zahl und liegt üblicherweise zwischen 0,5 und 0,6. Da dieses Horn nicht für tiefe Frequenzen gedacht ist, habe ich eine etwas höhere Zahl für m gewählt. Sollten Sie einen etwas flacheren Abfall zu den tieferen Frequenzen benötigen, können Sie eine kleinere Zahl für m einsetzen und ein längeres Horn bekommen. Ich weiß aber nicht, wie sich dies auf die Streuung der hohen Frequenz auswirkt. Andererseits falls Sie ein Exponentialhorn so kurz wie ein Tractrixhorn bauen wollen, können Sie auf eigne Gefahr 0,85 für m einsetzen. Das ist zu kurz, um die meisten Membranen zu unterstützen, und man verliert niedrige Frequenzen, ohne etwas zu den Höhen - und deren Streuung -beizutragen.

Weil dieses Horn für den Einsatz oberhalb 800 Hz vorgesehen ist, habe ich 400 Hz als untere Grenzfrequenz gewählt. Mein Treiber hat einen 1,5 Zoll Hals. Falls Sie einen kleineren Hals benötigen, können Sie preiswerte Reduzierstücke für 1-Zoll Treiber bekommen. Tabelle 1 zeigt die berechneten Radien. (1 Zoll = 2,54 cm)

TABELLE 1

Entfernung bei x

in Zoll 

Radius

in Zoll 

* 0.988   Neuer Radius

in Zoll

00.750.7414
10.85430.8446
20.98830.9770
31.15661.1435
41.36521.3497
51.62121.6028
61.93361.9117
72.31322.2869
82.77322.7417
93.32963.2918
104.00173.9563
10.54.38834.3386
114.81294.7583
11.55.27935.2194
11.65.37795.3169

Anhand der Radien können Sie die Flächen ermitteln. Der Umrechnungsfaktor 0,988 ist auf der Seite Berechnungen erklärt.


FLANSCHEN UND VERSTEIFUNGEN

Sie brauchen 4 oder 8 solche Teile. Um die Kurve zu erstellen, benützen Sie SCHABLONE-NR. 1. Dieses Teil versteift das Horn und sollte den Versteifungsring nach unten drücken und gleichzeitig die Treiberflansche leicht nach oben schieben, um sie flach zu halten.

400stiff.gif

Dieser Versteifungsring besteht aus dem gleichen Material wie das Horn. Die Abmessungen sind nicht besonders wichtig. Meiner hat die gleichen 400ring.jpgAußendurchmesser wie die untenstehende Flansche.

400flange.gifDie Treiberflansche hält die Seiten am Halsende zusammen. Schneiden Sie die Öffnung, so dass die Flansche festsitzt. Wie das Horn dient diese Flansche nur als Form für die endgültige Flansche: viele Lagen Glasfasergewebe und Kunstharz.


Zusammenbau der Lehre

Die Seite Berechnungen beinhaltet die notwendigen Berechnungen, um die Schablonen zu zeichnen.

SCHABLONE-NR 1 zeigt die Hornkontur. Gegenüber der Kurve muß 1/2 Zoll entfernt werden, damit alle 12 Versteifungen auf die Montage (-und Arbeitsplatte) der Lehre passen.

400curv.gif Kleben Sie den ungeschnittenen Ausdruck von Schablone-Nr. 1 auf Posterpapier, weil Papier normaler Dicke wie Schreibmaschinenpapier beim Schneiden wegrutscht. Danach schneiden Sie die Schablone aus. Schneiden Sie immer durch die Linien mit einem Teppichmesser.

400lehre.jpg

Mit einem scharfen Bleistift übertragen Sie die Schablone auf eine 6 mm dicke Hartfaserplatte. Sie brauchen 12 Konturplatten für die Lehre. Hartfaserplatte läßt sich gut mit einer Stichsäge und einem Sägeblatt für Metall schneiden.

Schrägen Sie die langen Geraden mit einem Teppichmesser ab.

400einkerb.gif
Am Halsende schneiden Sie die gekennzeichneten 5x5 mm Kerben per Hand aus. An beiden Seiten der hochstehenden Enden pellen Sie etwa 1 mm Material mit einem Teppichmesser weg. Das ergibt eine Abstützung für den unten abgebildeten und eingekerbten Abstandshalter.



Abstandshalter

400abstand.gifDiese Scheibe besteht aus zwei Stück 2mm dicker Pappe, die erst mit einem Teppichmesser ausgeschnitten, dann mit Holzleim zusammengeklebt werden. Die Funktion ist nur den Winkel, bzw. den Abstand zwischen den Konturplatten am Halsende einzuhalten.

Diese Scheibe wird nur in die Einkerbungen am Halsende der Konturplatten hineingeschoben. Kleben Sie diese Scheibe nicht an die Konturplatten.

Alle Masse sind in Zoll.


Aus einer 15x15 mm Holzleiste schneiden Sie 12 Stück, jeweils 65 mm lang. 30 mm von einem Ende bohren Sie ein 5 mm Loch in jedes Stück. Mit Holzleim kleben Sie diese Hölzer an die Mundenden der Konturplatten, und zwar so dass das Loch nach oben zeigt, und die Oberkante vom Ende des Holzes die Kurve gerade berührt, wie in der Abbildung oben. Die Unterkante vom Holz muß flüchtig mit der Unterkante der Formplatte sein. Die Löcher stehen 30 mm hinter der Kurve, damit Sie Raum für Ihre Hände und ggf. Werkzeuge haben.


Die Arbeits- und Montagefläche ist eine etwa 60 x 40 cm Spann- oder Sperrholzplatte. Sie sollte nicht dicker als 1 cm sein, damit die Montageschrauben (s.u.) nicht so lang ausfallen. Falls die Platte verzogen ist, können Sie ein Stück Winkeleisen unter die Platte einschrauben.

400montag.jpgZeichnen Sie die Mundöffnung auf die Platte. Zeichnen Sie erst die 12 Radien des eingeschriebenen Kreises im 30° Winkel zu einander, dann die Seitenlinien, bzw. die Mundöffnung an den Enden der Radien. Zentrieren Sie die Konturplatten auf die Radien so dass ihre Spitzen die Seitenlinien gerade berühren. Markieren Sie auf die Montageplatte die Lochstellungen der jeweiligen Hölzer, und numerieren Sie die Konturplatten sowie die Montageplatte, damit alle Löcher später passen. Bohren Sie 12 5 mm Löcher in die Montageplatte. Feilen Sie diese leicht zur Mitte und nach außen aus, damit die Einzelteile sich um etwa 1 mm hin und her verschieben lassen. Schrauben Sie nun die Formplatten entsprechend der Numerierung an die Montageplatte mit M4x35 Schrauben. Richten Sie die Konturplatten nach den zugehörenden Seitenlinien.


Ausrichten der Konturplatten

Schrauben Sie zwei gegenüberstehende Paare auf die Montageplatte. Richten Sie die Platten aus und ziehen Sie die Schrauben an. Mit Holzleim oder 5-minütigem Zweikomponenten-Kleber kleben Sie ein Stück 3 mm Hartfaserplatte möglichst nah am Halsende an die Platten, wie die Abbildung zeigt. Beachten Sie dabei den Munddurchmesser. 400support.jpg

Abstützungen um der Mundöffnung

Halten Sie ein Stück Material für die Seiten (s. unten) zwischen die Kontur -und Montageplatten. Die Kante des Materials steht leicht über wie in der untenstehenden Zeichnung.

Markieren Sie die neue Außenkante der Mundöffnung.

400matdist.gif


Damit die Seiten des Horns nicht wegrutschen, habe ich 12 Stück 19 x 12 mm Holzstreifen ausgeschnitten. Sie können diese Streifen etwas kürzer als die Mundseiten schneiden, damit sie ein wenig Spiel aufweisen.

400hzblock.gif

1) Bohren Sie 3 mm Löcher an beiden Enden, richten Sie diese Teile auf der Montageplatte aus und markieren Sie die Löcher.

2) Entfernen Sie die Konturplatten und bohren Sie die Löcher.

3) Kleben Sie ca. 5 cm breite Tesafilm über die Markierungen für die Mundöffnung. Die Markierungen sollten etwa durch die Mitte der Tesafilm verlaufen.

4) Falten Sie Tesafilm ganz um die Abstützungen. Kleben Sie auch die Enden zu, damit Harz die Abstützungen nicht zusammenklebt. Schneiden Sie die Löcher frei mit einem Messer.

5) Bauen Sie die Lehre wieder zusammen. Schrauben Sie die Abstützungen an die Montageplatte mit M4x30 Schrauben.

Der Tesafilm ist dringend notwendig, weil sonst das Kunstharz das Horn bombenfest an die Montageplatte klebt.

Die Mundabstützungen haben drei Funktionen:

1) Sie verhindern, dass die Seiten des Horns beim Zusammenbau wegrutschen.
2) Sie halten den Winkel der Seitenteile zu einander beim Einkleben.
3) Sie fungieren auch als Form, da das Harz nach unten fließt und sich um die Mundöffnung sammelt. Das ergibt einen dicken, von vorne unsichtbaren Versteifungsring um die Mundöffnung.


Seiten

SCHABLONE-NR. 2

Hier ist eine "extrudierte" Seite des Horns. Die Entfernungen wurden "gestreckt", damit sie auf eine Kurve passen.

400flat.gif

Hierfür können Sie fast alles einsetzen außer Blech und Plexiglas, weil Kunstharz nicht darauf haftet. Styrolhaltige Schaumplatten gehen auch nicht, weil Harz sie in Rauch auflöst.

Korkplatten, Furnier, oder Resopal gingen eventuell. Dabei ist zu beachten, dass diese Materialien sich nur schwer an die Kanten kleben lassen, weil sie so dünn sind. Kork läßt sich wohl gut kleben, ist aber schwer glatt zu beschichten.

400paper.jpgDicke Pappe, die man als Passepartouts in Bilderrahmen einsetzt, scheint bestens geeignet. Sie absorbiert Harz und wird sehr hart. Außerdem sind ihre Dämpfungswerte enorm, weil der Kern weich bleibt, wie die Abbildung zeigt.

Einige dieser Pappen jedoch haben eine glatte Oberfläche und eignen sich nicht für dieses Projekt, weil das Harz nicht hineindringt. Am besten geht es mit einer ca. 3 mm dicken Pappe mit einer "halbrauen" Oberfläche, die im Kunsthandel erhältlich ist.


Ausschneiden der Seiten

Kleben Sie Schablone-Nr. 2 auf Pappe, ehe Sie die Schablone ausschneiden. Schneiden Sie immer durch die Linien. Markieren Sie das Material für die Seiten.

cutangle.gif Falls Sie keine Stichsäge haben, können Sie die Seiten mit einem Teppichmesser ausschneiden. Vergessen Sie nicht, dass die markierte Seite zur Innenseite des Horns wird, d.h. die Sichtseite von vorne und die berechnete Seite der Polygone. Wie die obige Zeichnung andeutet, könnten Sie die Seiten im 90° Winkel schneiden und ein kleines Horn wie dieses noch zusammenbauen. Man sollte jedoch die Seiten im genauen Winkel schneiden, damit kein Kleber in das Horn hineinläuft. Auf jeden Fall dürfen Sie den Winkel nicht zu steil schneiden und Lücken innerhalb des Horns lassen. Die Winkel können genau mit einer Stichsäge geschnitten werden. Black & Decker verkauft ein messerähnliches Sägeblatt für weiche Materialien.

Legen Sie die Seiten auf die Lehre. Dazu müssen alle 12 passen. Wenn eine nicht paßt, passen meistens alle nicht. Finden Sie immer die "unpassendeste" Seite und schleifen Sie die Kanten mit Nr. 150 Schleifpapier. Die Kanten müssen nicht genau passen, da sie sich im Winkel auf einer Kurve befinden, und Fehler unsichtbar sind, wenn man in das Horn hineinsieht.


Kleben der Seiten

Hierfür können Sie keinen Kontaktkleber einsetzen. Harz lößt ihn auf. Es geht nur mit 5-minütigem zweikomponten Kleber, was eigentlich nur dickes Harz ist, und sich auch dafür eignet, kleinere Kantenfehler (bis etwa 1 mm) auszubessern.

400kleb.jpgKleben Sie erst zwei Teile zusammen, wobei Sie mit der Mundöffnung anfangen. Von da aus ziehen Sie einen etwa 1mm dicken Streifen Kleber 10 bis 12 cm in Richtung Hornhals wie die Markierungen im Bild andeuten. Wenn Sie den Kleber gut gemischt haben, wirkt er etwas schneller.

Die Teile müssen Sie so lange zusammenpressen und gleichzeitig gegen die Konturplatten halten, um die erforderliche Krümmung zu erschaffen. Vergewissern Sie sich, dass die Unterkanten fest gegen die Abstützungen stoßen. So können die Seitenteile nicht verrutschen, und der Winkel der Seiten zu einander stimmt. Kleben Sie die restlichen Seiten. Danach kleben Sie die Seiten nach oben hin bis zur Halsöffnung. Legen Sie den Versteifungsring auf das Horn. Kleben Sie den Ring nicht.

400wurg.jpgHalten Sie die Seiten im "Würgegriff" und stülpen Sie die Flansche über den Hornhals.

Die Flansche sollte ohnehin ziemlich fest sitzen. Ein Tropfen Kleber sollte ausreichen, um die Flansche vorübergehend zu halten.

Kleben Sie die Versteifungen an die Seiten des Horns. Diese Versteifungen begradigen die Flansche und schieben den Versteifungsring nach unten. Jetzt können Sie den Ring kleben. Damit ist die Form Ihres Horns fertig. Lassen Sie die Form auf der Lehre. Sollten einige Kanten Lücken aufweisen, können Sie die Lücken mit Kleber ausbessern. Lassen Sie aber keinen Kleber in das Horn laufen.


Glasfasergewebe

Ich habe 950 ml Kunstharz und einen Beutel (etwa 1800 cm2 ) feines (6,5 Unzen) Glasfasergewebe (keine Matte!) bei einem Autozubehörgeschäft gekauft. Das Gewebe läßt sich leicht mit einer Schere schneiden. Der Hauptvorteil besteht darin, dass sich dieses Gewebe um Winkel und Kanten leicht laminieren läßt. Eine Packung reicht für zwei Hörner.

Sie brauchen noch dazu etwa 1800 cm2 18-Unzen Gewebe aus einem Fachgeschäft. Es ist sehr dick und läßt sich praktisch nur mit einem Teppichmesser schneiden. Sollten Sie sich dagegen entscheiden, so müssen Sie die Form mit vier Lagen dünnem Gewebe laminieren, was etwa eine weitere 1800 cm2 bei der gleichen Menge Harz bedarf.

Schneiden Sie gleich Gewebe für zwei Hörner. Dazu brauchen Sie pro Lage:

20 Streifen   ca. 18x6 cm
24 Streifen   ca. 8x6 cm
20 Streifen   ca. 6x4 cm

Für die untere Hälfte des Horns, bzw. den Mund, brauchen Sie sechs Stück Gewebe, die Sie anhand von Schablone-Nr.2 ausschneiden. Übertragen Sie die unteren 15 cm der Schablone auf Schreibmaschinenpapier, und zwar vier mal wie die Abbildung zeigt. Kleben Sie diese vier Ausschnitte mit Tesafilm zusammen. 400gewschab.jpg

Obwohl sie nicht gut zusammenpassen, ergeben sie doch die erforderlichen Umrisse, ein flaches Stück Gewebe auf eine gekrümmte Fläche zu legen. Kopieren Sie diese Schablone auf das Gewebe mit einem Filzstift, dann schneiden Sie das Gewebe aus. Am kleinen Ende des Gewebestückes machen Sie eine Serie 1,5 cm tiefe Einschnitte im Abstand von etwa 1 cm. Damit können Sie das obige Ende des Gewebes unter den Versteifungsring sauber laminieren.

Falls Sie 18-Unzen Gewebe einsetzen, brauchen Sie:

20 Stück ca. 10x10 cm
8   Stück ca. 15x5   cm
12 Stück ca.   6x4   cm.

Am besten Schneiden Sie dieses Gewebe mit einem Teppichmesser. Um gerade Schnitte zu erhalten, drücken Sie eine Holzplatte auf das Gewebe und schneiden Sie es entlang der Kante. Wenn das Gewebe zu klein geschnitten wird, entwebt es sich, weil nicht genug Kett-und Schußfaser bleiben, um es zusammenzuhalten.


Harz

Mischen Sie nur so viel Harz und Härter wie Sie in kurzer Zeit verarbeiten können. Die größte Menge, die Sie für dieses Projekt auf einmal brauchen ist etwa 200 cc. Am besten mischen Sie das Harz in einer weißen Kunststoffschüssel, damit Sie während des Mischens die Farbe des Harzes beurteilen können. Bei einigen Marken wird das Harz hellbraun, wenn der Härter richtig durchgemischt ist. Dann ist es Zeit schnell zu arbeiten. Sie können das Harz mit einem Farbpinsel mischen.

Eine kleine Warnung: das Harz, das Sie im Hobbyladen, oder Autozubehörgeschäft kaufen, ist meistens extrem altes Zeug, das schwer zu mischen ist und sich oft nur ungleichmäßig mischen läßt. Öfters hat der Behälter für den Härter keine Meßmarkierungen, damit alles daneben geht. Auf jeden Fall sind Sie immer bestens beraten, wenn Sie Ihr Harz nur von Fachgeschäften beziehen, die selbst damit arbeiten. Leider müssen Sie dann mehr kaufen.

Wo das meiste Harz ist, härtet es am schnellsten. Das heißt, das Zeug härtet zuerst im Mischbehälter und dann erst eine halbe Stunde später auf dem Werkstück. Aus diesem Grund bearbeiten Sie immer die größten Flächen zuerst. Laminieren Sie die Kleinteile immer an letzter Stelle.

Das Harz wird in das Gewebe hineingedrückt. Sie malen also nur die Pappe.


Laminierung

Sie brauchen Pinsel mit Naturborsten. Borsten aus Kunststoff nehmen nicht genug Harz auf und verlangsamen die Arbeit, aber nicht die Reaktionszeit des Harzes. Bestreichen Sie das ganze Horn.

400roving.jpgLaminieren Sie 8x6 Gewebestreifen rings um den Hornmund so dass sich die Streifen um etwa 1,5 cm überschneiden. Die Streifen müssen an die Mundkante stoßen.

Legen Sie ein nach Schablone geschnittenes Stück Gewebe auf das Horn, so dass es an vier Mundkanten stößt. Da dieses Stück zu lang ist, drücken Sie es gegen das Horn, damit die Unterseite des Versteifungsrings bedeckt. Dann lassen Sie etwas Harz hinunterlaufen und legen Sie das zweite Stück überschneidend daneben. Verfahren Sie genauso beim dritten Stück.

An diesem Punkt sollten Sie die 200 cc Harz aufgebraucht haben. Mischen Sie etwa 100 cc. Wenn Sie Glück gehabt haben, können Sie den selben Farbpinsel weitergebrauchen, da die neue Mischung den Pinsel ein wenig aufweicht.

Laminieren Sie acht 18x6 cm Streifen um den Hornhals und die Versteifungen. Diese sind auch etwas zu lang und sollen von der Unterkante der Flansche bis zur Außenkante des Rings verlaufen.

Wenn das ganze Horn mit dünnem Gewebe bedeckt ist, laminieren Sie das Horn noch dreimal mit dünnem Gewebe, oder fangen Sie an, die 15x5 cm Streifen aus 18-Unzen Gewebe am Hals zu laminieren, damit sie über die Versteifungen verlaufen. Etwa an diesem Punkt werden Sie etwa 100 cc Harz neu mischen müssen. Dann Laminieren Sie die zehn 10x10 cm Stück um die Mundöffnung.

Sie können so viel Gewebe einsetzen, wie Sie wollen. Damit alles gut aussieht, laminieren Sie Reststücke vom dünnem Gewebe über die Stellen, wo das schwere Gewebe absteht.

Lassen Sie das Horn etwa zwei bis drei Stunden aushärten. Dann ziehen Sie das Horn direkt nach oben. Drehen Sie es um und bestreichen die Innenseite mit Harz, ehe Sie die 6x4 cm Streifen um die Flansche anlaminieren. Falls Sie 18-Unzen Gewebe benützen, laminieren Sie auch die 6x4 Streifen um die Flansche.

Ich habe einige Streifen Tesafilm auf die Montageplatte geklebt und das nasse Horn auf den Tesafilm hingestellt, damit ich die Flansche laminieren konnte. Bestreichen Sie offene Kanten mit Harz.

Da Harz auch noch nach zwei bis drei Tagen reaktionsfähig ist, können Sie bis dahin Reparaturen machen, ohne dass die neu hinzugekommenen Teile abbrechen. Aus diesem Grund können Sie die Innenseite des Horns zwei Tage später noch einmal mit Harz bestreichen.

Die Innenfläche läßt sich nach etwa vier bis fünf Stunden Schleifen. Meistens bestehen Unregelmäßigkeiten aus hochstehenden Fasern von der Pappe. Diese können Sie mit Nr. 100 oder Nr. 150 papier leicht abschleifen.

Um Farbpinsel zu sparen, laminieren Sie das zweite Horn. Dann bemalen Sie die Innenseiten beider Hörner zur gleichen Zeit. Sie sollten nicht mehr als fünf Pinsel brauchen.

Nach der Aushärtung schleifen Sie die Innenflächen mit nassem Nr. 150 Schmirgelpapier. Mit Ziehspachtel können Sie kleinere Dellen ausbessern. Für Hörner dieser Größe geht das Lackieren gut mit Sprühdosen. Autolack scheint mir am besten zu funktionieren. Falls Sie sich dazu entscheiden brauchen Sie eine kleine Dose Grundierung, eine kleine Dose Farbe Ihrer Wahl, und eine große Dose Klarlack.